
Latenzzeit
Auch bekannt als Reaktionszeit oder Verweilzeit beschreibt die Latenzzeit den Zeitraum zwischen einer Aktion und dem Eintreten einer verzögerten Reaktion. Die Aktion ist nicht direkt erkennbar, sondern wird erst durch die Reaktion deutlich. Beispielsweise wird die Zeit, die eine Nachricht vom Sender bis zum Empfänger benötigt, als Latenzzeit bezeichnet. Also jene Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um vom Absender zum Zielhost zu gelangen. Die Latenz beinhaltet drei Komponenten, und zwar die Ausbreitungsverzögerung, die Übertragungsverzögerung und die Wartezeit. Die Ausbreitungsverzögerung rührt daher, dass kein Signal schneller als mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden kann. Jedes Bit benötigt eine je nach Übertragungsgeschwindigkeit eine bestimmte Zeit für die Übertragung. Die Summe der Zeiten, die jedes Bit benötigt, wird als Übertragungsverzögerung bezeichnet. Die Wartezeit spielt dann eine Rolle, wenn die Übertragungsstrecke nicht nur aus einer einzelnen Leitung, sondern aus mehreren Teilstücken besteht. Dann entsteht nämlich in den dazwischen liegenden Vermittlungsknoten eine Wartezeit, und die Übertragung verzögert sich.
Abhängig ist die Wartezeit von der Übertragungsgeschwindigkeit zwischen den verschiedenen Knoten. Als Netzwerklatenz bezeichnet man die beanspruchte Zeit von Daten, die in einem Netzwerk von Computer zu Computer ausgetauscht werden. Sie wird in der Regel in Millisekunden (ms) angegeben und ist ein direktes Maß für die Leistungsfähigkeit eines Netzwerks. Je größer der Betrag der Latenz desto größer ist die Verzögerung der gesendeten Daten. Jetzt, im Zeitalter des Internets, führt die Netzwerklatenz dazu, dass der Brower beim Übergang von einer Seite zur anderen „stottert“. Das Netz ist nicht so schnell, wie man es gerne hätte. Auf dem Weg vom Client zum Server warten sehr viele Stationen, die alle einen HTTP-Aufruf um ein paar Millisekunden verlangsamen können. In vielen Fällen stellt diese Netzwerklatenz kein Problem dar, in einigen jedoch schon.
Wenn der User beispielsweise in seinem Mailserver auf den "senden und empfangen" Button klickt und somit seine Mails lädt, weiß er auch ohne direktes Feedback, dass er warten muss. Bei bestimmten Internetanwendungen ist jedoch nach Betätigen eines Buttons direktes Feedback notwendig, damit der Anwender nicht wie ein Irrer auf den Button hämmert.
Bei Internet über Satellit muss das Signal eine weite Entfernung überbrücken, daher ist die Latenzzeit hier etwas höher als bei einem Modem oder einer DSL-Einwahl. Es fallen effektive Latenzzeiten von 500 bis 700 Millisekunden bei Internet über Satellit Nutzung an, d.h. nach dem Aufruf einer Seite müssen Sie ungefähr eine halbe Sekunde warten, bis die Seite bei Ihnen angezeigt wird. Durch technische Möglichkeiten kann dies aber gut überspielt werden, sogar Voice over IP, d.h. Telefonanwendungen sind bei Internet über Satellit trotz der Latenzzeit problemlos möglich.