
Satellitenschüssel
Der TV-Empfang via Satellit ist schon seit einer Reihe von Jahren für Millionen von Haushalten üblich, und in ländlichen Gebieten ist das noch nicht lange bekannte Internet via Satellit eine schnelle Alternative zur langsamen Übertragung über eine ISDN-Leitung. Herzstück einer Satelliten-Empfangsanlage ist eine als "Satellitenschüssel" bezeichnete Parabolantenne von mindestens 60 cm Durchmesser. Weil aber die Empfangsqualität und vor allem die Programmvieltfalt mit steigendem Schüsseldurchmesser zunimmt, sind auch Schüsseln mit 80 oder gar 120 cm Durchmesser zu sehen.
Durch eine entsprechende Ausrichtung auf einen in 36.000 km Höhe in geostationärer Bahn befindlichen Satelliten (meist die Satelliten der Astra-Familie oder Eutelsat) können dessen Signale empfangen und genutzt werden. Satellitenschüsseln bestehen meist aus lackiertem Aluminium oder Stahlblech, das in Form einer Parabel gekrümmt ist und dadurch die eingehenden Signale zurückwirft und auf einen im Brennpunkt montierten Empfänger, den LNB (Low Noise Block Converter) konzentriert, wo sie über Koaxialkabel an einen Reciever weitergeleitet werden. Im Prinzip ist also die Schüssel nichts anderes als ein Reflektor, in der Funktionsweise identisch mit dem Spiegel eines Spiegelteleskops. Während jedoch dieser Lichtwellen in einem Brennpunkt, dem Umlenkprisma sammelt, so sind es bei Satellitenschüsseln Mikrowellen, in deren Brennpunkt ein LNB (Low Noise Block Converter) genannter Signalumsetzer montiert ist. Im Falle des Internet via Satellit handelt es sich um einen ILNB (interaktiver LNB). Aufgabe des LNB ist die Umwandlung der vom Satelliten ausgestrahlten hohen Frequenzen in niedrigere, die vom Reciever verarbeitet werden können.
Montiert wird die Satellitenschüssel mittels Schellen an einem Installationsmast meist auf dem Hausdach oder an einer Hauswand, wobei darauf zu achten ist, dass der Mastdurchmesser mit zunehmender Schüsselgrösse ebenfalls wachsen muss, um auch bei höheren Windgeschwindigkeiten die Schüssel stabil und vibrationsfrei auf ihrem Platz zu fixieren. Da die genaue Ausrichtung der Schüssel auf den Satelliten Voraussetzung für einwandfreien Empfang ist, würden Vibrationen oder gar Veränderungen der Ausrichtung der Satellitenschüssel unter Winddruck würden diesen Empfang verschlechtern oder sogar unmöglich machen. Der LNB wiederum wird bei grösseren Schüsseln meist durch ein dreibeiniges Stativ fixiert, die in der Schüssel selbst verankert sind, während bei kleineren Antennen meist eine einarmige Halterung genügt. Die vom LNB umgesetzten Signale werden durch Koaxialkabel entweder direkt an einen Reciever weitergeleitet, oder bei Mehrfamilienanlagen an eine Weiche, welche die Signale dann an mehrere Reciever verteilt, wodurch an jedem Reciever ein anderes Programm empfangen werden kann. Auch beim Internet via Satellit gibt es einen solchen Reciever, an den dann natürlich kein TV-Gerät, sondern ein Computer angeschlossen ist.