
Wettersatellit
Der Wettersatellit gehört zu der Gruppe der Erdbeobachtungssatelliten und wird, wie sein Name bereits vermuten lässt, zur Aufzeichnung und Beobachtung von meteorologischen Entwicklungen auf der Erde eingesetzt. Mit Hilfe dieses Satelliten werden Daten über das Wetter von Orten geliefert, an denen der Betrieb einer stationären Wetterbeobachtung entweder zu kostenintensiv oder unmöglich ist. In der Meteorologie beschäftigt sich ein spezieller Bereich, die Satellitenmeteorologie, mit der Auswertung, der durch den Wettersatelliten, übermittelten Daten. Beginnend mit dem Wettersatellit TRIOS 1, im Jahr 1960 waren die ersten Wettersattelitten mit Fernsehkameras ausgestattet. Sechs Jahre später, und zwar 1966 ist es dem Deutschen Wetterdienst dann möglich, erste Daten des ESSA-Satelliten zu empfangen und für die Wetterprognose auszuwerten. Heute werden bildaufnehmende Sensoren, als Radiometer bezeichnet, als Nutzlast verwendet.
Unterschieden werden die Wettersatelliten in geostationäre und polarumlaufende Satelliten, die entsprechend ihren Vorzügen für die Wettervorhersage genutzt werden. Geostationäre Wettersatelliten drehen sich in derselben Winkelgeschwindigkeit um die Erde, mit der sich die Erde um sich selbst dreht. So wird der Eindruck erweckt, der Satelitt beobachte die Erde von einem festen Punkt aus, eben geostationär. Um diese scheinbar feste Position zu stabilisieren, müssen geostationäre Wettersationen neben dem Umlauf ihrer Bahn, die in 35.800 km Höhe über dem Äquator anzutreffen ist, sich auch um die eigne Achse drehen. Der Vorzug dieses Satelliten besteht in der hohen zeitlichen Auflösung der Bilder, denn im Abstand aller 5 bis 30 Minuten werden diese zur Erde übertragen und damit ist es dem Meteorologen möglich, die zeitliche Entwicklung von Wettersystemen gut zu beurteilen. Allerdings deckt ein Satellit dieser Gattung nur zweifünftel der Erdoberfläche ab, weshalb eine internationale Flotte dieser Wettersatelliten benötigt wird.
Auf einer sonnensynchronen Bahn in ca 800 km Höhe umläuft der polarumlaufende Wettersatellit in ungefähr 100 Minuten die Erde, wodurch die Edoberfläche am Tag zweimal vollständig erfasst wird. Nachteilig beim Einsatz dieses Satelliten ist seine geringe Bildwiederholungsfrequenz im Gegensatz zum geostationären Wettersatelliten, dafür zeichnen sich die von ihm gelieferten Bilder durch eine gute räumliche Auflösung aus. Mit dieser Eigenschaft, ergänzt er ideal die Fähigkeiten des geostationären Wettersatelliten, und kann mit diesen als "Partner" die Erde bis in den letzten Winkel beobachten. Ob besorgte Wissenschaftler genaue Daten zur Klimaveränderung benötigen bzw. wenn sie vor anderen Katastrophen warnen, damit die Bevölkerung rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen kann oder ob der Meteorologe Menschen vor dem Radio bzw. Fernsehapparaten relativ unspektakulär auf das Wetter, dass sie mogen oder in den nächsten Tagen erwartet, vorbereitet: Wettersatteliten, werden stets wie der Mond wichtige Begleiter der Erde sein.